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Englische Vollblüter sind die schnellsten Pferde der Welt.
Monsun
Monsun unter Andrzej Tylicki nach dem Sieg im Preis von Europa 1994 Foto: Maike HanneckDunkelbrauner Hengst, gezogen 1990 in GER von Königsstuhl aus der Mosella .
Zucht: Monsun wird oder wurde in der Vollblutzucht als Deckhengst eingesetzt.
Nachkommen: Die 448 Nachkommen von Monsun, die wir in der Datenbank haben, finden Sie auf Monsuns Nachkommen-Seite.
Abstammung: Vier-Generationen-Pedigree von Monsun.
Notizen:
Monsun ist von der Rennleistung her wahrscheinlich, von der Zuchtleistung her aber auf jeden Fall Königsstuhl bester Sohn. Königsstuhl brachte weitere hervorragende Rennpferde, die als Vererber aber nicht wie er selbst in Erscheinung treten konnten. Schon war man geneigt, den seit Anfang der 80-er Jahre währenden "Stallion Clash" zwischen den Linien von Surumu und Königsstuhl für entschieden zu erklären, und zwar zugunsten von Surumu und seinen Söhnen, als quasi auf den letzten Drücker Monsun Ehre für seinen Vater einlegte (die ersten Fohlen von Monsun wurden 1997 geboren, die letzten von Königsstuhl kamen 1996 auf die Welt.)
Monsun gewann seine ersten beiden Rennen als Zweijähriger, darunter den Bahlsen-Preis in beeindruckender Manier. Allerdings reichte es in zwei Auktionsrennen, die er als Youngster noch bestritt, nur zu fünften Plätzen, weshalb er sowohl stallintern als auch vom GAG her ein gutes Stück unter dem Trainingsgefährten Lando stand, der den Preis des Winterfavoriten gewann.
Dreijährig wurde fast alles anders. Monsun verließ die Rennbahn bei acht Starts nur zweimal nicht als Sieger. Er begnn mit einem Gruppe-Sieg in Frankfurt, scheiterte dann in einem epischen Endkampf in Hannover an Magical River, nur um sich mit Siegen im Hertie-Preis und dem Consul-Bayeff-Rennen als einer der heißen Derbyfavoriten zu etablieren. Im Rennen aller Rennen selbst lief er zum ersten Mal gegen Lando, dessen Frühform als Dreijähriger nur als richtig schlecht bezeichnet werden kann, der aber im Derby in hervorragender Manier mit Monsun kurzen Prozess machte - Monsun wurde nur Zweiter, und Jockey Peter Schiergen, der sich für Monsun und gegen Lando entschieden hatte (das war formgerecht) konnte seinen ersten Derbysieg immer noch nicht feiern.
Monsuns erster Gruppe-I-Sieg (im Aral-Pokal) kam durch die Disqualifikation von George Augustus zustande, doch seine herausragende Klasse bewies er auch anschließend als Sieger im Preis von Europa, als er wieder einmal den extrem starken Jahrgang 1990 deklassierte - bis auf Lando, der zu der Zeit schon in Winterpause ging.
Monsun gewann als "älteres" Pferd noch vier weitere Gruppe-Rennen, darunter wiederholt den Preis von Europa, und platzierte sich auch international. Er traf auch Lando wieder und kam vor ihm über die Ziellinie, zwar nicht als Sieger, sondern nur als Platzierter. Im Großen Preis von Baden 1994 allerdings musste er sich ihm beugen. Das große Duell der beiden Spitzenpferde von Trainerlegende Heinz Jentzsch gewann also Lando - was den oben erwähnten "Hengstkampf" Surumu/Königsstuhl endgültig zu entscheiden schien. Allerdings führt Monsun auch Surumu im Pedigree, nämlich als Vater seiner Mutter Mosella, und war daher einer der ersten lebenden Beweise für die "Königsstuhl-Surumu-Nick"-Theorie (ein "Nick" ist in der Vollblutzucht eine Verbindung zweier Linien im Pedigree eines Pferdes, die sich günstig auswirkt). Man kann also fast von einem versöhnlichen Ende sprechen: Nicht, ob Surumu oder Königsstuhl nun besser seien, wurde festgestellt, sondern dass ihr Zusammenspiel die besten Pferde hervorbrachte. In den 90-er Jahren war der Hinweis auf den erfolgversprechenden Königsstuhl-Surumu-Nick Pflicht bei der Vorstellung eines Pferdes, sofern auch nur entfernte Nachkommen dieser beiden Klassehengste im Pedigree zu finden waren.
Monsuns wahren Wert hatte man aber auf der Rennbahn nur angedeutet bekommen, sein ganzes Potenzial wurde erst entdeckt, als er im Gestüt Schlenderhan als Deckhengst aufgestellt wurde. Seine Nachkommen gewannen durchschnittlich pro Kopf (!) EUR 20000, er zeugte bis inkl. 2004 die klassischen Sieger Amarette, Samum, Guadalupe, Salve Regina und Royal Fantasy sowie eine große Anzahl weiterer Grand-Prix-Pferde. Die Anzahl der ihm zugeführten Stuten ist seit 2003 begrenzt, sowohl vom Gestüt her, als auch automatisch durch die für deutsche Verhältnisse hohe Decktaxe von EUR 40000. Monsun ist auf einem Auge erblindet, was seine Lebensqualität jedoch nicht mindert.
Bei aller Sorgfalt, die wir beim Zusammenstellen der obigen Angaben wahren: die Informationen werden unabhängig von der offiziellen Datenbank des Direktoriums gesammelt. Daher können wir die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben nicht garantieren.
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Letzte Änderung: 05.03.2004
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